Florian Boemer

Ein Jahr in Indien

Die Ankunft

Inzwischen bin ich in meiner Einsatzstelle in Baghmara angekommen, doch wie es dazu kam werde ich nun in diesem Eintrag berichten.

Alles begann damit, dass ich nach der Aussendungsfeier in Nürnberg mit der Familie spontan nach Frankfurt fahren musste, da mit meinem Visum etwas nicht in Ordnung war. Klingt erstmal nicht nach einer großen Sache, aber da wir eigentlich mit der Familie direkt in den Urlaub fahren wollten, hatte ich nicht viel Zeit.

Also um 5:15 Uhr aufgestanden und nach Frankfurt gefahren um dort in der Botschaft schon einmal einen kulturellen Vorgeschmack auf Indien zu bekommen. Nach 4 Stunden rumsitzen, diskutieren und scheinbar willkürlich Geld bezahlen war dann allerdings doch alles geklärt und es konnte losgehen.

Nach den sehr traurigen und schweren Abschieden von Freunden und Familie ging es für Simon und mich über Doha, wo wir fast den Anschlussflug verpasst hätten, nach Kalkutta.

Dort ging unser Abenteuer mit der indischen Bürokratie weiter, da um 2:30 Uhr in der Nacht wieder unser Visum für Probleme sorgte, bis wir schließlich von dem sehr netten Jesuiten Father Jacob abgeholt wurden und schließlich gegen 4.30 Uhr für 2,5 Stunden schlafen konnten.

Der erste Tag in Kalkutta war dann einfach unglaublich. Eine so volle, hektische, chaotische, schmutzige und arme Stadt hatte ich mir nicht vorstellen können. Überall fahren die verschiedensten Fahrzeuge scheinbar ohne Regeln durcheinander. Wenn man die Straße überqueren möchte ist dies meistens Glückssache oder man muss sehr viel Zeit einplanen, denn es scheint so zu sein, als wäre es ein Spiel, indem derjenige gewinnt, der es schafft am wenigsten zu bremsen und so vielen wie möglich den Weg abschneidet.

Doch auch die Armut ist sehr offensichtlich. Überall sieht man Bettler und Menschen, die auf der Straße leben, teilweise auch offensichtlich mit sehr schlimmen Krankheiten. Manche Menschen spannen einfach eine Plane über den Gehweg und wohnen dort. Als Weißer dort durchzugehen war für mich immer sehr komisch, da die Menschen wissen, dass wir reicher sind als sie. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass es sehr wenige Menschen mit weißer Hautfarbe gibt.

Nachdem wir zwei Tage in Kalkutta verbracht haben und dort mit zwei anderen Freiwilligen aus Osnabrück die Stadt etwas erkundet haben sind wir am Abend zum Bahnhof gegangen und haben dort den nächsten Schock erlebt. So viele Menschen auf einem Ort die in alle verschiedenen Richtungen rennen hatten weder Simon noch ich jemals gesehen. Außerdem gab es regelrecht Schlägereien um die besten Plätze in der billigten Klasse, bei welcher ich auch einen Mann mit einer blutigen Nase gesehen habe.

Nach unseren mehr oder weniger schlafreichen 12 Stundem im viel zu Stark klimatisierten Schlafwagen sind wir schließlich, nachdem wir durch traumhaft schöne Landschaften gefahren sind, in Purnia angekommen und nach Baghmara gefahren, wo wir von vielen freundlichen Kindern aus dem Kinderheim begrüßt worden sind.

Das war nun mein richtiger erster Blogeintrag. Über Rückmeldungen oder Kritik treue ich mich sehr. Auch bei Fragen oder wenn ihr noch mehr über bestimmtem Dinge erfahren wollt könnt ihr mich gerne unter der E-Mail: florian.boemer@gmx.de anschreiben.

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1 Kommentar

  1. Susanne Wiggering 11. August 2019

    Hallo Florian,
    danke schonmal jetzt für deine Eindrücke aus Indien!
    Ich werde alles gespannt verfolgen.
    Bleib gesund und hab tolle Erlebnisse bei deiner Arbeit !
    Grüße von Alex‘ Mutter Susanne

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